Bilder von Oberweg

Das Oberweger Gemeindewappen

Mit dem Landesgesetzblatt 56/2009, ausgegeben am 30. Juni 2009, wurde der Gemeinde Oberweg durch Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 22. Juni 2009 das Recht zur Führung eines Gemeindewappens mit Wirkung vom 1. September 2009 verliehen.
Am 7. November 2009  fand im Oberweger-Stadl die feierliche Übergabe des Gemeindewappens von Landeshauptmann Mag. Franz VOVES an Bürgermeister Johann TAFERNER statt.

Wappen

 

 

  

 

"Zwischen roten Flanken und je drei pfahlweise gestellten goldenen Flügellanzenspitzen in Blau eine goldene bewurzelte und zweifach beblätterte Speikpflanze."



Das Gemeindewappen von Oberweg

 

(Erläuterungen von Dr. Gernot Peter Obersteiner, Steiermärkisches Landesarchiv)


 

Die Führung eines Wappens war im europäischen Mittelalter ein Privileg des ritterlichen Adels. Für den gerüsteten Ritter war es in der Schlacht eine Frage des Überlebens, auch bei schnellem Ritt für Freund und Feind schon auf Distanz rasch und zuverlässig erkennbar zu sein. Frei gewählte Figuren, im Kontrast von hell glänzendem Metall und nicht glänzender Farbe, an Schild, Helm und auf den Pferdedecken angebracht, dienten diesem Zweck. Der steirische Landesfürst Markgraf Otakar III. wählte um 1160 das Fabelwesen des Panthers, des „All-Tieres“, als Wappenfigur - ein tiefsinniges Zeichen, ist der Panther nach dem spätantiken Werk des „Physiologus“ doch nichts weniger als das Symbol des Auferstandenen Christus.


Städten und Märkten verlieh der jeweilige Herr im Mittelalter das Recht, runde, farblose Siegel zu verwenden, zur Beglaubigung von Urkunden über bürgerliche Rechtsgeschäfte. Farbig beschrieben, in einen Schild gestellt und vom Landesfürsten oder nach 1918 vom Bundeskanzleramt bzw. von der Landesregierung bestätigt, konnten aus Siegeln später „echte“ Gemeindewappen entstehen. An einfache Ortsgemeinden ohne Stadt- oder Marktrecht werden in der Steiermark erst seit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Gemeindewappen verliehen.


Die Regeln der Wappengestaltung sehen vor, dass neben den beiden Metallen Gold und Silber lediglich die Farben Rot, Blau, Grün und Schwarz sowie das farbneutrale Pelzwerk verwendet werden, wobei nur Farbe auf Metall oder Metall auf Farbe zu liegen kommen darf. Als heraldische Figuren bieten sich an Sinnbilder für die topographischen Gegebenheiten, Teile von Wappen mittelalterlicher und neuzeitlicher Grundherren, Zeichen für Pfarrheilige sowie für bedeutende Traditionen in Land- und Forstwirtschaft, Handel, Gewerbe und Verkehr. Auch archäologisch, kunsthistorisch oder volkskundlich und technologisch interessante Objekte finden Aufnahme in Gemeindewappen. All dies, um jenen eindeutigen und unverwechselbaren Bezug des Gemeindewappens zur betreffenden Gemeinde sichtbar herzustellen, den die Steirische Gemeindeordnung vorschreibt.


Die Wappenfindung für die Gemeinde Oberweg begann mit der Übermittlung von grundsätzlichen Informationen zu den Möglichkeiten der Kommunalheraldik seitens des Steiermärkischen Landesarchives, das von der Landesregierung zur Begutachtung von Wappenentwürfen berufen ist. Bei einem Besuch des Wappenreferenten in der Gemeinde im Frühjahr 2009 wurden in einem Gespräch mit Bürgermeister und Gemeindeamtsleiter mögliche Wappenfiguren erwogen.


Von der Gemeinde selbst kam der Vorschlag, eine Speikpflanze in das Wappen aufzunehmen. Die Wurzeln des Echten Speik waren für die regionalen Bauern und Alminhaber früherer Zeiten von wirtschaftlicher Bedeutung, bildeten sie doch einen begehrten Rohstoff in der Kosmetikerzeugung. Als Wappenfigur ist der Speik im Oberweger Wappen einzigartig. Den zu einem großen Teil in Oberweger Gemeindegebiet gelegenen Truppenübungsplatz Seetaleralpe symbolisieren die sechs Flügellanzenspitzen, je drei pfahlweise gestellt. Gleichzeitig aber stehen diese Metallerzeugnisse für den Eisenschmelzofen aus dem späten 18. Jahrhundert am Zirbitzkogel, erhalten geblieben als ältester seiner Art in der Steiermark. In der prächtigsten aller heraldisch möglichen Farbgebungen sind im Wappen von Oberweg zudem Weisheit, Ansehen und göttliches Licht (Gold), Blut und Lebenskraft (Rot) mit der Reinheit des Himmels und der wechselseitigen Treue (Blau) vereint.


So ist es gelungen, für Oberweg ein allen heraldischen und historischen Anforderungen entsprechendes Gemeindewappen zu schaffen, das in der Zukunft Sinnbild und Zeichen der Identität der Gemeinde nach innen und nach außen ist und die Bevölkerung mit Freude und Stolz erfüllen möge.


Die Wappenbeschreibung lautet: „Zwischen roten Flanken und je drei pfahlweise gestellten goldenen Flügellanzenspitzen in Blau eine goldene bewurzelte und zweifach beblätterte Speikpflanze.“

 

Dr. Gernot Peter Obersteiner,
Steiermärkisches Landesarchiv